Auch Städte, Gemeinden und Landkreise nutzen zunehmend Social Media, um mit Ihren Bürgern in Kontakt zu treten. Allerdings ist das nicht ganz einfach, denn hier gibt es viele organisatorische, rechtliche und personelle Hürden. Die Universität Kassel, die Cassini Consulting Berlin und die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement mit Sitz in Köln haben nach 2013 nun erneut eine Umfrage durchgeführt, um einen Überblick zu bekommen, in welcher Weise Social Media genutzt wird.



An der Umfrage haben 332 Kommunen teilgenommen. Die Ergebnisse zeigen, daß der Einsatz noch sehr vereinzelt erfolgt und in der Regel kaum mit gezielten Strategien verknüpft ist. Offenbar öffnen sich viele Kommunen zunächst Social Media, um einen weiteren Weg zur Verbreitung ihrer Informationen zu bekommen. Die tatsächlichen Möglichkeiten der Interaktion mit Bürgern werden jedoch nur in wenigen Fällen wirklich genutzt.
Auch beim personellen Einsatz gibt es viele Unterschiede. In der Regel ist das Personal der Presse-Stellen damit betraut. In kleineren Kommunen ist es manchmal auch der Bürgermeister persönlich, der den „Draht“ zu den Bürgern hält.
In der Millionenstadt Hamburg gibt es durchaus ein Mitarbeiter-Team, das auch am Wochenende schaut, was sich online tut, um ggf. schnell reagieren, Fragen beantworten zu können. Die Ruhrmetropole Essen hat an Werktagen eine Online-Redaktion eingerichtet, die von 7 bis 22 Uhr und eingeschränkt am Wochenende und Feiertagen von 9 bis 17 Uhr auf Bürgeranfragen und Reaktionen eingehen kann.
Wenn viele der befragten Kommunen bisher Social Media nicht genutzt haben, dann hatte das unter anderem mit fehlendem Personal zu tun (60 %), ungeklärten Rechtsfragen (50 %), mangelnde Kontrolle über Inhalte (44 %), sowie ungeklärten Sicherheitsfragen beim IT-System (43 %).
Die auf 60 Seiten zusammengefaßten Ergebnisse der Umfrage sind für Kommunen gut geeignet, ein Gefühl für den eignen Status Quo zu bekommen. Es läßt sich auch ein Gespür dafür entwickeln, welche Möglichkeiten weiter in Betracht gezogen werden können. Die Zusammenfassung kann hier heruntergeladen werden.
© Andreas Beer
